kritiken "WLFZ"



gipskarton nusstorte schoko



rheinpfalz 17.6.2021
Wenn ein passionierter E-Bassist ein Solo-Album macht, darf man viel Rhythmus erwarten. Und so groovt es denn auch auf dbs neuem Album "WLFZ" vom ersten Ton an im Eingangstrack "Toni"ganz schön..... Diese sphärisch dichte, warme und melodiöse Instrumentalmusik schafft ein wunderbares Flair. Wie in einem Raum Freiflächen für Eleganz sorgen und manch gutes Bild erst durch weglassen genial wird, erzeugen auf dem Album immer wieder leise, reduzierte Passagen eine latente Spannung. Perlende Töne am Fender Rhodes Piano etwa, die der Bassist ebenso eingespielt hat wie die gefühlvollen Gitarrenparts ....

good times magazin 3/2021
Kann man einem Jazzmusiker trauen, der einem auf seinem neuen Album WLFZ, also "Was Leichtes Für Zwischendurch", anbietet, noch dazu, wenn dieser im normalen Leben als Bassist von Fools Garden unterwegs ist? Wer die bisherigen Alben von db kennt, der wird ohne frage schnell Vertauen fassen zu den musikalischen Snacks, auch wenn die Zwischenmahlzeiten, die auf dem inneren und hinteren Cover zu sehen sind, alles andere als leicht daherkommen. Doch auch hier führt b augenzwinkernd in die Irre, musikalisch bleibt das lässig coole Instrumentalmusik zwischen Pop, Jazz und Rock...

jazzthing 140
fools-garden-Bassist db, der seit 20 Jahren auch noch sein eigenes Terzett betreibt, ist eindeutig nicht ausgelastet, denn immer wieder haut er auch noch Soloalben raus. "WLFZ" ist Album Nummer 4 und wie immer spielt Blümlein sämtliche Instrumente selbst - nur am Schlagzeug vertraut er lieber auf Michael Kersting und Antoine Fillon (der legendäre Drummer aus der Harald-Schmidt-Show). Blümleins Musik ist eine leicht verdauliche Mischung aus Westcoast und Krautrock aus seligen Hippietagen - worauf auch Songtitel wie "68" und "1975" hindeuten - und weiss mit entspannten Gitarrensoli sowie einem Abstecher in Richtung Reggae zu punkten: Besondere Ambitionen, das musikalische Rad neu zu erfinden, hat Blümlein eindeutig nicht, der Mann will einfach nur spielen. Die instrumentale Rockmusik erinnert manchmal an Michael Rother und kann entspannte Sommertage gut beschallen.

grand guitars
Vielleich erinnern sich ja noch einige der älteren Generation an die TV-Unterhaltungsshow "Zwischenmahlzeit", eine lockere Flge von Sketchen um die Alltagshölle zeitweise zu vergessen. Ebenso hilft Corona-Tristesse zu entkommen, wenn man "WLFZ" probiert, meint Multiinstrumentalist db. Sein buntes Programm entstand in Eigenregie lauschig bei ihm zu Hause mit einem Achalm West Recorder aufgenommen. Und da blinzelt db in eben dieses Äon "68", eine Sommerfrische mit Strandbeat und zirpender Gitarre, und swingt dann "1975" leger zu einem Bass-Groove unbekümmerter Freude. J, Erinnerungen an diese rebellische und doch friedliebende Zeit wild keimender Jazz/Rock-Diversität werden wach, wenn die "Mittelstrecke" in freundlich-federndem Reggae und hellen Bass-Improvs genommen wird. Blubberndes Funk-Ostinato und psychodelischer Gitarrenmarathon a la Jerry Garcia prägen "TFG", und "Toni" fühlt sich bei erdigem Rock, Hall-Gitarren und hymnischen Riffs wie im Jacuzzi inklusive fruchtiger Cocktails. Im Retrogefühl vertreibt db graue Strinwolken und lädt entspannt zu "WLFZ" ein.

Jazz Podium 10/2021
db ist einer der begnadetsten E-Bassisten in diesem Land, festes Mitglied der Pop-Band Fools Garden , die vor vielen Jahren den unsterblichen Hit "Lemon Tree" gelandet hat. Sein Stamm-Metier ist der Jazz und dort ist er, viel zu wenig beachtet, als Sideman und mit sehr höhrenswerten Soloprojekten unterwegs. Mit seinem neuesten Album offenbart b weitere Qualitäten: eine gute Portion Selbstironie und Understatement. Ebenso ist er ein formidabler Multiinstrumentalist. "WLFZ" steht für "Was Leichtes für Zwischendurch" und wurde von dem Mann aus Süddeutschland nahezu im Alleingang eingespielt. b gelingt in der Tat eine CD, die die Leichtigkeit zum Prinzip erhebt, aber alles andere als oberflächliche Unterhaltung bietet. Die neun Tracks sind eine muntere Mixtur aus Funk, Pop, Rock, Jazz und Elektronik, die den Bauch ansteuert, ohne den Kopf zu vernachlässigen. Im Vordergrund steht ausnahmsweise der Gitarrist b. Der zupft auf den sechs Saiten Melodien, die zwischen kalifornischer Entspanntheit und rustikale Americana mäandrieren. Dazu gibts es Grooves und Harmonien, die nie überfordern, aber auch nicht dazu gemacht sind, den Lebensmittelladen oder die Hotel-Lobby akustisch auszukleiden. Dass db ein Bassist erster Klasse ist, wird dennoch mit jedem Takt deutlich: Nicht plakativ und artistisch, sondern sehr dezent und mit viel Gespür für die musikalischen Feinheiten legt er das rhythmische Fundament und macht damit diese Musik letztendlich zu dem, was sie ist: leicht und für zwischendurch.


to be continued...